Was ist ein notleidender Kredit?

Von einem notleidenden Kredit wird gesprochen, wenn der Kreditnehmer seinen Ratenverpflichtungen aus dem Kreditvertrag nicht mehr nachkommen kann oder einfach nicht mehr nachkommt. Sobald ein Kreditnehmer in Zahlungsschwierigkeiten kommt, die Zahlungsprobleme sichtbar werden, wird die Bank entsprechende Mahnungen an den Kreditnehmer versenden. Automatisch verschlechtert sich jetzt die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers, besonders dann, wenn die Zahlungsrückstände nicht mehr ausgeglichen werden können.

In den Banken gibt es Abteilungen, die sich ausschließlich mit notleidenden Kreditverträgen beschäftigen. Zuerst bekommt der Kreditnehmer Mahnungen, mit Informationen über den Rückstand, einer Zahlungsaufforderung, die terminiert ist und mit einer Information zu den Rechtsfolgen, die bei Nichtzahlung der ausstehenden Raten eintreten. Meist erfolgt auch ein Gesprächsangebot. Bereits bei der dritten Mahnung wird dem Kunden angedroht, dass der Kredit gekündigt wird und welche Folgen das im Einzelnen hat.

Dabei haben die Banken verschiedene Möglichkeiten notleidende Kredite zu retten, sie kann eine zusätzliche Besicherung verlangen, sie kann den Kredit kündigen oder die Sicherheiten, sofern vorhanden, verwerten.

Für eine Kreditkündigung müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein: das Fehlen zwei aufeinander folgender Raten beziehungsweise 10 Prozent der Kreditsumme bei Laufzeiten von maximal drei Jahren oder 5 Prozent der Kreditsumme bei längeren Laufzeiten. Mit einer Frist von 2 Wochen wird dann der notleidende Kredit gekündigt. Viele Banken sind dazu übergegangen, notleidende Kredite zu verkaufen, um ihre Verluste gering zu halten.