Bearbeitungsgebühr bei Ratenkrediten: Genau hinsehen lohnt sich

Das Bearbeitungsentgelt bei Ratenkrediten wurde in der Vergangenheit vielfach thematisiert und auch kritisiert. Zahlreiche Gerichte haben zudem die Unrechtmäßigkeit derartiger Gebühren bestätigt, da diese eine untransparente Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen darstellt. Zahlreiche Kunden haben nun das Recht auf Rückerstattung der Bearbeitungsgebühr. Dies gilt jedoch nicht, wenn das Bearbeitungsentgelt im Kreditvertrag separat vereinbart worden ist.

Bearbeitungsgebühren sollen den Aufwand der Banken regulieren

Vergeben Banken Kredite, müssen sie sich umfassend über die finanziellen Verhältnisse ihrer Kunden informieren, eine Haushaltsrechnung erstellen und sich bei unabhängigen Auskunfteien über die Zahlungsmoral der Schuldner erkundigen. Dies alles kostet Zeit und damit auch Geld. Bis vor einigen Jahren haben die Banken insbesondere bei Ratenkrediten daher eine Bearbeitungsgebühr von 1-3 Prozent der Kreditsumme erhoben. Viele Gerichte jedoch haben eine solche Gebühr bereits abgelehnt, da derartige Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen häufig undurchsichtig und daher für Kunden nur schwer verständlich sind. Hinzu kommt, dass die Bank eine Bonitätsprüfung in aller Regel aus Eigeninteresse durchführt und daher keine Dienstleistung für den Kunden selbst erkennbar ist. Viele Banken verzichten daher bereits seit Monaten auf die Erhebung von Bearbeitungsgebühren. Zu den ersten Banken gehörte die DKB, die als Direktbank immer im Interesse ihrer Kunden agiert und stets bemüht ist, günstige Konditionen zu offerieren.

Separate Vereinbarung in den Darlehensverträgen ist wirksam

In einem aktuellen Urteil des Landgerichts München zeigt sich jedoch, dass nicht alle Bearbeitungsgebühren unwirksam sind und zurückgefordert werden können. Im konkreten Fall hatte ein Ehepaar Ende 2012 einen Kredit für ein Reisemobil in Höhe von 44.910 Euro aufgenommen. Für die Vergabe des Kredites berechnete die Bank ein Bearbeitungsentgelt von 2.245,50 Euro, das gesondert im Kreditvertrag aufgeführt und ausgewiesen wurde. Als das Ehepaar nun die Rückzahlung der Gebühr verlangte, widersprach das Gericht mit der Begründung, dass diese Form der Gebührenerhebung durchaus rechtens ist, da sie gesondert im Vertrag genannt wurde. Die Bank habe damit ihre Transparenzpflichten erfüllt, sodass die Kunden die Möglichkeit hatten, den Preis der Bank zu verhandeln, abzulehnen oder anzunehmen. Mit der Unterschrift des Kreditvertrages jedoch nahmen die Kunden den Preis der Bank und damit auch die Gebühren an. Dies zeigt, dass es sehr wichtig ist, Darlehensverträge genau zu lesen und auch eventuelle Kosten zu hinterfragen.