Roll over Kredit

Durch den Roll over Kredit werden Großkunden wie öffentlichen Einrichtungen, Unternehmen oder Staaten Finanzierungsmittel zur Verfügung gestellt. Entsprechend der Zielgruppe handelt es sich bei einem Roll over Kredit meist um umfangreiche Finanzierungen, die einer mittel- bis langfristigen Laufzeit unterliegen.

Im Vergleich zu vielen standardisierten Kreditvergaben gilt für den Roll over Kredit kein fester, sondern ein variabler Zinssatz, der laufend angepasst wird. Auf diese regelmäßige Zinsaktualisierung kann auch die Bezeichnung des Kredites zurückgeführt werden.

Die Höhe des Zinssatzes richtet sich nach der Entwicklung und dem Niveau bestimmter Referenzzinssätze wie dem EURIBOR bzw. dem LIBOR. Bei beiden handelt es sich um europäische Interbankenzinssätze.

Die Zinsanpassung erfolgt entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen in viertel- oder halbjährlichen Intervallen. Da die allgemeine Marktsituation und das Zinsniveau der Referenzwerte Einfluss auf den Zinssatz des Roll over Kredites haben, kann der Umfang der Zinsschuld großen Schwankungen unterliegen und im Voraus nicht genau bestimmt werden.

Darüber hinaus wird dem Kreditnehmer ein zusätzlicher Aufschlag in Form eines Spread belastet, der für die Bank nicht nur einen zusätzlichen Ertrag, sondern vor allem eine Risikoabsicherung darstellt. Aus diesem Grund hat die finanzielle und wirtschaftliche Situation des Kreditnehmers maßgeblichen Einfluss auf die Höhe des Spread. Besteht nur ein geringes oder gar kein erkennbares Ausfallrisiko und scheint die Zahlungsfähigkeit des Kreditnehmers nicht gefährdet zu sein, so wird nur ein geringer Spread erhoben.