Der Strohmannkredit

Ob ein neues Auto beim Autohändler finanziert wird, die neue Küche im Küchenstudio oder ein Kredit für eine Waschmaschine bei der eigenen Bank; in fast allen Lebensbereichen ist es heute möglich, einen Kredit zu bekommen. Und in all diesen Fällen tritt man als potenzieller Kreditnehmer dem Händler oder der Bank gegenüber auf und erhält nach Prüfung die gewünschte Summe ausgezahlt, die dann in regelmäßigen Raten gemäß der Kreditvereinbarung zurückgezahlt werden muss.

Dann gibt es aber Situationen, in denen ein Dritter bei einem Kreditinstitut einen Kredit aufnimmt. In dieser Konstellation spricht von einem sogenannten Strohmannkredit. Strohmannkredite sind rechtlich zulässig und haben den Hintergrund, dass derjenige, der den Kredit in Wirklichkeit benötigt, unerkannt bleiben möchte und so einen anderen „vorschiebt“, der für ihn die Gespräche bei der Bank führt und auch zum Abschluss bringt.

Für den nicht in Erscheinung tretenden Kreditnehmer hat ein Strohmannkredit den Vorteil, dass er keine Rechte oder Pflichten an dem Kredit der kreditgebenden Bank hat, da diese auch nicht wirklich weiß, dass der eigentliche Kreditnehmer gar nicht derjenige ist, mit dem man den Kreditvertrag abschließt.

Die Gründe für den Abschluss von Strohmannkrediten sind vielfältig und liegen meist in der Person des im Hintergrund auftretenden Kreditnehmers begründet. Sei es, dass er wegen fehlender Bonität selber keinen Kredit mehr erhält, oder dass er seine gute Bonität nicht aufs Spiel setzen möchte.