Neues Urteil zu Kredit-Werbung

Ratenkredite werden immer häufiger im Internet abgeschlossen. Das zeigen aktuelle Studien, die sich auf das Kreditverhalten deutscher Bankkunden stützen. Um günstige Kredite zu finden, nutzen viele Kreditsuchende hierzu Vergleichsseiten im Netz, die bereits nach wenigen Sekunden zeigen, welche Bank günstige Kreditzinsen bietet und wo sich ein Abschluss lohnt.

Laut Preisangabenverordnung Repräsentatives Beispiel erforderlich

Nach der neuen Preisangabenverordnung, die im Jahr 2010 vereinbart wurde, dürfen Banken seither nicht mehr mit dem ab-Zins werben, sondern müssen Verbraucher klar auf die Kosten, die bei einem Kreditabschluss anfallen können, informieren. Sofern die Bank bonitätsabhängige Zinssätze nutzt, muss das Institut ein repräsentatives Beispiel angeben, welches den durchschnittlichen Zins wiedergibt. So können Kunden besser entscheiden, ob sie bei dieser Bank ihren Kreditantrag stellen oder besser zu einem anderen Institut wechseln.

Trotz dieser klaren Vorgaben der Preisangabenverordnung gibt es immer wieder Verstöße, so auch im aktuellen Fall. Hier hatte eine Bank mit einem ab-Zins von 3,59% p.a. geworben. Dieser bonitätsabhängige Zins konnte aber nur von wenigen Antragstellern erreicht werden, in den meisten Fällen erhob die Bank einen Zinsaufschlag. Im repräsentativen Beispiel wurde bereits ein Effektivzins von 8,99% p.a. genannt. Um zu dieser Beispielrechnung zu gelangen, musste der Verbraucher allerdings weitere Klicks vornehmen, sodass nicht auf den ersten Blick ersichtlich war, dass der spätere tatsächliche Kredit deutlich teurer ist.

Wie die Richter am Landgericht Stuttgart jetzt entschieden, ist diese Werbung nun nicht mehr zulässig, auch darf das repräsentative Beispiel nicht mehrere Klicks entfernt und damit „versteckt“ sein. Vielmehr müssen Banken ab sofort deutlich machen, ob und in welchem Umfang eine Zinsspanne möglich ist.

Viele Banken halten sich bereits an die Vorgaben der Richter und nennen Kunden im Kreditvergleich die mögliche Zinsspanne. So gibt die CreditPlus Bank beispielsweise bei Laufzeiten von 12-48 Monaten eine Zinsspanne von 2,99-6,49% p.a. an, die SWK Bank informiert über eine Spanne von 3,99-9,99% p.a. effektiv. Bei der Ikano Bank liegt die Spanne gar zwischen 3,99-14,99% p.a., sodass Kunden bereits vor Einreichung des Darlehensantrages erkennen können, das ein Zinsaufschlag möglich ist.