Bearbeitungsgebühren bei Krediten auf dem Prüfstand

In der Praxis vieler Banken werden bei der Aufnahme von Ratenkrediten Bearbeitungsgebühren erhoben. Die Höhe dieser Gebühren variiert je nach individuellem Preis-Leistungs-Verzeichnis und kann zwischen einem und drei Prozent der Darlehenssumme betragen. Diese Gebühren werden dann der Darlehenssumme aufgeschlagen und mit finanziert. Die Kosten der Bearbeitungsgebühren sowie die Kosten aus den Zinsen werden den Kunden dann in Rechnung gestellt. Wie hoch die Gesamtkosten für einen Kredit sind, können Verbraucher anhand des effektiven Jahreszinses ermitteln, der von den Banken laut aktuellem Verbraucherkreditgesetz angegeben werden muss.

Im Mai 2011 prüfte nun das Oberlandesgericht Karlsruhe die Banken und deren Berechnungen zur Bearbeitungsgebühr. Die Richter stellten in diesem Verfahren fest, dass es für Verbraucher schwer sei, die Höhe der Bearbeitungsgebühren für Kredite aus dem Preis-Leistungs-Verhältnis zu ersehen und gleichzeitig zu erfahren, wann diese fällig würden. Dies jedoch verstoße gegen das Transparenzgebot der ABG. Gleichzeitig, so die Richter, dürfe die Gebühr nicht, wie von den Banken immer benannt, aufgrund des Prüfungsaufwandes berechnet werden. Schließlich dient die Kreditprüfung dem Interesse der Bank, die hierdurch mögliche spätere Kreditausfälle vermeiden möchte. Nach der Ansicht des Oberlandesgerichts Karlsruhe ist die Erhebung von Bearbeitungsgebühren seitens der Banken also rechtswidrig. Eine endgültige Entscheidung seitens des Bundesgerichtshofes steht allerdings noch aus, ist aber in den nächsten Monaten zu erwarten.

Die Banken müssen daher in den kommenden Monaten ihre Preisgestaltung von Krediten neu überdenken. Einige Direktbanken verzichten schon heute auf die Erhebung von Bearbeitungsgebühren, um den Kunden transparente Preise zu ermöglichen. Auf die Bearbeitungsgebühren verzichtet beispielsweise die Teambank mit ihrem easyCredit. Dieser Kredit kostet lediglich die von der Bank erhobenen Zinsen, weitere Kosten fallen nicht an. Ebenso günstig ist der Ratenkredit der C&A Bank, denn auch dieser wird ohne Bearbeitungsgebühren vergeben. Hierdurch sparen Kreditkunden je nach Höhe der Kreditsumme einige hundert Euro, die dann auch nicht mehr mit finanziert werden müssen. Lediglich die Zinskosten sind dann noch für den aufgenommenen Kredit zu übernehmen.

Weiterführende Informationen:

1. Oberlandesgericht Karlsruhe [ Pressemitteilung ]