Geduldeter Überziehungskredit

Während der Kunde oftmals auf seinem Girokonto einen Dispokredit zur Verfügung gestellt bekommt, ist der Überziehungskredit quasi eine Ausweitung des Dispokredites. Der Überziehungskredit ist im Gegensatz zum Dispositionskredit in der Regel zeitlich begrenzt und soll wirklich nur kurzfristig verwendet werden, sodass man in diesem Zusammenhang auch von „geduldeter Überziehung“ spricht.

Theoretisch könnte die Bank natürlich auch den Dispositionskredit ausweiten, statt einen Überziehungskredit zu genehmigen, das hätte allerdings zwei Nachteile für die Bank. Zum einen sind die vom Kunden zu zahlenden Überziehungszinsen deutlich höher, als die Zinsen für den Dispokredit. Zum anderen soll der Dispokredit eigentlich nur auf der Höhe des monatlichen Nettoeinkommens basieren, und der Überziehungskredit geht oftmals deutlich über diesen Betrag hinaus.

Für den Kunden ist die Inanspruchnahme des Überziehungskredites extrem teuer. In der Regel sind hier nochmals fünf Prozent mehr Zinsen zu zahlen, als es beim Dispositionskredit der Fall ist. Das bedeutet, der Kunde muss in den meisten Fällen Zinssätze zwischen 14 und 18 Prozent pro Jahr zahlen. Damit ist der Überziehungskredit die teuerste Darlehensart überhaupt.

Neben dem Privatkundenbereich, werden Überziehungskredite auch häufig von Geschäftskunden in Anspruch genommen. Da diese oftmals über einen gewissen Zeitraum offene Rechnungen etc. haben, nimmt dort der Überziehungskredit wirklich noch die Funktion einer kurzfristigen Überbrückung eines Liquiditätsengpasses war. Aufgrund der hohen Kosten solle man insgesamt als Kunde aber eine längerfristige Inanspruchnahme des Überziehungskredites vermeiden.