Eigenheimrentengesetz: Wohn-Riester

Das Bundeskabinett hat das Eigenheimrentengesetz, auf das sich die Große Koalition bereits im Oktober 2007 geeinigt hatte, beschlossen und der Bundesrat hat diesem am 4. Juli 2008 zugestimmt.

Da mit dem demographischen Wandel die Zahl der Rentner im Verhältnis zur Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter noch ansteigen wird und die Rentenfinanzierung durch junge Beitragszahler als Altersvorsorge nicht mehr reicht, will der Staat die Bürger motivieren, selbständig Altersvorsorge zu betreiben. Somit wurde unter der Bezeichnung Wohn-Riester eine Förderung von selbstgenutztem Wohneigentum in die Produktpalette der förderungsberechtigten Altersvorsorgeprodukte aufgenommen.

Wohn-Riester bedeutet konkret, dass mit einer Riester-Zulage der Bau, Kauf oder die Entschuldung eines Hauses oder einer/eines Wohnung/Wohngenossenschaftsanteils belohnt wird. Das steuerlich geförderte Kapital (in der Ansparphase Beitragssteuerfreiheit) wird auf ein Wohnförderkonto gebucht. Menschen, die vier Prozent des beitragspflichtigen Vorjahreseinkommens für die Altersvorsorge sparen, erhalten eine Grundzulage von 154 Euro zzgl. 185 Euro Kinderzulage für ein kindergeldberechtigtes Kind und für in diesem Jahr zur Welt gekommene Kinder 300 Euro.

Bei Start der Auszahlungsphase können Wohn-Riesterer die Steuerschuld komplett bezahlen, indem sie 70% des geförderten Kapitals nach dem eigenen Steuersatz begleichen. Sie können aber auch, das tatsächlich genutzte und geförderte Kapital – unabhängig vom Nutzungswert- bis zu 23 Jahre lang nachgelagert versteuern. Das geförderte Kapital kann auch zur Tilgung von laufenden Immobilienkrediten genutzt werden. Es wird steuerlich wie Altersvorsorgebeiträge betrachtet und ist demzufolge zu 100% für die Darlehenstilgung einsetzbar.

Auch bereits staatlich gefördertes Altersvorsorgevermögen darf teilweise oder komplett zum Wohn-Riestern entnommen und genutzt werden. Diese Summe muss nicht unbedingt zurückgezahlt werden. Mit dem Gesetz zum Wohn-Riestern entfällt allerdings die bisher nach sieben Jahren Sperrfrist zweckungebundene Verwendung von Wohnungsbauprämien, die zukünftig nur noch für die gesamte Zeit zweckgebunden zur Immobilienfinanzierung mit Eigennutzung vergeben wird.