Berechnung Effektiver Jahreszins

Bei Kreditangeboten geben die Banken nicht nur die möglichen Kreditsummen sowie die Laufzeiten an, sondern sie nennen immer auch den effektiven Jahreszins. Er ist für Verbraucher besonders wichtig, denn er gibt die tatsächlichen Kreditkosten an. Neben den Darlehensnominalkosten, der Zinssatz für die eigentliche Geldüberlassung, enthält der Effektivzins auch Bearbeitungsgebühren und weitere mit dem Kredit in Verbindung stehende Kosten.

Wichtig ist dabei, dass lediglich direkt mit dem Kredit verbundene Kosten Berücksichtigung finden, freiwillig abzuschließende Kreditversicherungen gehören nicht hierzu und werden daher auch nicht zur Berechnung des Effektivzinses herangezogen. Die für den Kredit zu zahlenden Zinsen sowie die Kosten werden dann ins Verhältnis zur Kreditsumme gesetzt, um den Kostenfaktor zu verdeutlichen. Bei der Angabe des effektiven Jahreszinses im Internet ist zudem darauf zu achten, dass es sich in vielen Fällen um durchschnittliche Zinssätze oder um ab-Zinssätze handelt. Allerdings handelt es sich bei diesen Zinsangaben um einen so genannten bonitätsabhängigen Zins. Die Zinssätze erhalten nur Kunden, die eine einwandfreie Bonität, etwa aufgrund überdurchschnittlicher Einkommen, nachweisen können.

Viele der anderen Kunden hingegen müssen Zinsaufschläge von bis zu 10% p.a. hinnehmen. Verbraucherschützer kritisieren daher die Werbung der Banken vehement, denn Kunden können durch diese ab-Zinssätze kaum prüfen, ob es sich wirklich um ein günstiges oder ein teures Kreditangebot handelt. Dies wird erst nach Einreichung des Kreditantrages und Anforderung eines individuellen Angebotes deutlich. Vielfach verzichten Kunden aber nach Erhalt dieser Angebote auf einen Vergleich und schließen sofort ab. Um diese Praxis einzudämmen, dürfen die Banken seit dem 11. Juni 2010 nur noch mit durchschnittlichen Zinssätzen werben, die zumindest einen ersten Einblick in die Preisgestaltung der Institute geben.