Finanztest: SCHUFA-Auskunft oftmals fehlerhaft

SCHUFA-Auskunft im Finanztest

Quelle: Wikipedia

Die SCHUFA speichert Einträge zum Zahlungsverhalten von 65 Millionen Personen, die von insgesamt 4.500 Vertragspartnern wie Banken, Versicherungen, Versandhäusern und Mobilfunkunternehmen geliefert werden.

Die Datensammlung der SCHUFA Holding AG (früher: Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist deutlich umfangreicher, als die anderer Auskunfteien. Wie fragwürdig das Zustandekommen der Daten jedoch teilweise ist, wurde schon 2008 von der Stiftung Warentest bekannt gemacht; damals konnte man nachweisen, dass Bankberater häufig falsche Anfragen an die SCHUFA senden, was dazu führt, dass die Kreditwürdigkeit des Kunden sinkt – selbst wenn er zuvor noch niemals einen Kredit aufgenommen hat.

In einem weiteren Test, den die Zeitschrift Finanztest von Dezember 2009 bis März 2010 durchführte, wurden dann erhebliche Mängel bezüglich der gespeicherten Daten selbst festgestellt. Getestet wurden die Daten im Hinblick auf Aktualität, Vollständigkeit und Korrektheit. Auch der verantwortliche Umgang mit den Daten wurde überprüft. Dabei beschränkte man sich auf Angaben über Girokonten, Kreditkarten, Ratenkredite, Mobilfunkverträge und Handelskonten. 89 Testpersonen forderten im Auftrag von Finanztest bei der SCHUFA eine Selbstauskunft an. Nur elf von ihnen erhielten eine Auskunft, die vollständig korrekt war. Die übrigen 78 Testpersonen erhielten Auskünfte, die entweder veraltet (8%), unvollständig (28%) oder fehlerhaft (1%) waren. Am häufigsten fehlten Daten über Girokonten, Kreditkarten, Handyverträge und laufende Verträge. Dabei war die SCHUFA unter den sechs von Finanztest geprüften Auskunfteien die einzige, die überhaupt Daten über alle Testpersonen gespeichert hatte.

Gesammelt werden von der SCHUFA Daten über das Zahlungsverhalten einer Person, über laufende Verträge, Zahlungsverpflichtungen, Mahnverfahren sowie Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis der Amtsgerichte und der Insolvenzgerichte. Die SCHUFA speichert sowohl positive wie negative Einträge. Aus dem gesamten Datenbestand, den sie über eine Person erfasst, werden dann Scores errechnet, die deren Kreditwürdigkeit beziffern: ein Basisscore sowie acht Scores, die bestimmten Branchen zugeteilt werden.

Sind die Einträge fehlerhaft, so kann dies dazu führen, dass die betroffene Person einen Kredit gar nicht oder zu schlechten Bedingungen erhält. Das Ergebnis der von Finanztest durchgeführten Prüfung deutet darauf hin, dass dies häufiger vorkommt, als vermutet: Nur 63% der überprüften Daten waren korrekt, was bedeutet, dass ein Drittel der bei der SCHUFA gespeicherten Personen damit rechnen muss, im Falle einer Bonitätsprüfung nicht korrekt eingestuft zu werden.

Was genau die Gründe für diese hohe Fehlerquote sind, darüber kann der Test keine Auskunft geben. Ob der SCHUFA zu wenig Informationen vorliegen, oder ob ihre Vertragspartner sich unzuverlässig verhalten, darüber schweigt sich die Auskunftei selbst aus. Auch Fragen, die das Verfahren der Score-Berechnung betreffen, werden prinzipiell ebenso wenig beantwortet, wie Fragen nach der Art und der Dauer der Speicherung von Verbraucherdaten. Daher rät die Zeitschrift Finanztest allen Verbrauchern, von ihrem seit dem 01.04.2010 verbürgten Recht auf kostenlose Selbstauskunft Gebrauch zu machen und die bei der SCHUFA gespeicherten Daten sorgfältig zu prüfen.

Die komplette Testauswertung kann – gegen eine Gebühr von 1,50 Euro – auf der Internetseite von Finanztest (test.de) heruntergeladen werden.