Sittenwidrige Kreditverträge

Ratenkredite sind aus dem Alltag vieler Banken nicht mehr wegzudenken. Viele Anbieter, wie beispielsweise die CreditPlus Bank, haben sich sogar auf dieses Geschäft spezialisiert und gelten als Hauptanbieter dieser standardisierten Kredite. Um einen Kredit bei der Bank aufnehmen zu können, sind jedoch einige Voraussetzungen wie beispielsweise ein regelmäßiges Einkommen oder eine positive Schufa-Auskunft notwendig. Können diese Anforderungen nicht erfüllt werden, wird die Kreditvergabe seitens der Banken in der Regel verweigert.

Um dennoch die persönlichen Wünsche erfüllen zu können, greifen diese Menschen nicht selten auf Kredite zurück, die zum Beispiel in der regionalen Tagespresse angeboten und mit hohen Zinsen vergeben werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass es sich durchaus um sittenwidrige Kredite handeln kann, deren Kreditzinsen weit über den marktüblichen Zinssätzen liegen. Als sittenwidrig werden Kreditverträge dieser Anbieter jedoch erst dann bezeichnet, wenn der effektive Jahreszins um mehr als zwölf Prozent über dem durchschnittlichen Marktzins liegt. Aktuell berechnen die Banken für ihre Ratenkredite aufgrund der bonitätsabhängigen Bewertung zwischen 4-13%. Bei einem Effektivzins von mehr als 25% würden diese Verträge demnach als sittenwidrig gelten, wobei ein individuelles Urteil des Gerichtes abgewartet werden muss.

Ebenfalls sittenwidrig sind Ratenkredite, bei denen die Banken einen vermögenslosen Ehepartner, der über kein eigenes Einkommen verfügt, im Kreditvertrag als Mithaftenden benannt haben. Schließlich wäre auch der Mithaftende im Fall der Insolvenz des Hauptkreditnehmers in voller Höhe zur Zahlung der Kreditsumme verpflichtet. Ist jedoch bereits bei Vertragsabschluss erkennbar, dass der Mithaftende diese Zahlungsverpflichtungen nicht einhalten kann, ist der Kreditvertrag ebenfalls sittenwidrig und kann angefochten werden.