Kredit bei ALG II?

Kredite für einkommensschwache Menschen beziehungsweise Personen, die Sozialleistungen nach den Hartz 4 Gesetzen beziehen gibt es – um es gleich von vornherein zu sagen – zumindest bei seriösen Anbietern nicht.

Manch Verbraucher könnte die Frage stellen, warum eigentlich nicht, gerade wer wenig eigenes Einkommen hat, der könnte sich doch mit Hilfe eines Kredites den einen oder den anderen Wunsch erfüllen. Der gedankliche Ansatz ist richtig, aber kann nicht funktionieren, da das Geldverleihen keine Wohlfahrtsleistung ist, sondern ein Geschäft.

Die Banken, die Kreditinstitute, die privaten Geldverleiher und alle anderen Gläubiger verleihen Geld nur gegen Zinsen und mit der Sicherheit, dass sie dieses verliehene Geld auch mit Zinsen wieder zurückbekommen werden. Dafür unterschreibt der Kreditnehmer einen Darlehensvertrag. Werden die Raten nicht gezahlt, wird die Bank rechtliche Schritte gegen den Schuldner einleiten.

Bei der Kreditvergabe haben auch die Banken eine gewisse Fürsorge- und Obhutspflicht. Wenn Kreditsuchende nicht selbst erkennen, dass sie aufgrund fehlenden Einkommens nicht kreditwürdig sind, muss die Bank ihre Fürsorgepflicht ausüben und das Kreditgesuch im Interesse des Verbrauchers ablehnen.

In der Vergangenheit haben auch Gerichtsurteile bestätigt, dass die Bürgschaft einer mittellosen Ehefrau im Kreditvertrag ihres Mannes sittenwidrig und somit unwirksam ist, weil erkennbar war, dass diese Frau die Raten niemals bezahlen kann. Ähnlich verhält es sich auch bei Empfängern von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld und ALG II.