Neues Gesetz zur Kreditkündigung

Kreditnehmer, die sich für einen Kredit entschieden haben, sind an diesen in der Regel mehrere Jahre gebunden. Die durchschnittliche Laufzeit von Ratenkrediten beträgt aktuell zwischen 36-72 Monaten.

Eine vorzeitige Kündigung, etwa wegen gesunkener Marktzinsen, ist bisher nur mit längeren Kündigungsfristen oder aber bei Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank möglich. Diese Vorfälligkeitsentschädigung wird von den Banken anhand der bei Vertragsabschluss vereinbarten Darlehenszinsen, der Restlaufzeit des Kredites sowie dem Restkreditwert berechnet und kann unter Umständen hohe Kosten verursachen. Eine Kreditkündigung war bisher zudem sehr kompliziert, weshalb viele Kunden davon abgesehen haben, einen vorhandenen Kredit vorzeitig abzulösen.

Am 11. Juni 2010 tritt jedoch eine Gesetzesänderung zur Kreditkündigung in Kraft. Sie soll es Verbrauchern vereinfachen, einen bestehenden Kredit zu kündigen und so alternative Kreditangebote zu nutzen oder den Kredit mit vorhandenen Guthaben zu tilgen. Nach der Gesetzesänderung ist die Höhe der Vorfälligkeitsgebühr beispielsweise auf 1% des abgelösten Saldos beschränkt. Sofern die restliche Kreditlaufzeit weniger als ein Jahr beträgt, darf die Vorfälligkeitsentschädigung, die von den Banken berechnet wird, sogar 0,5% nicht überschreiten. In dem neuen Gesetz wird auch die bisherige Praxis von Ratenkrediten behandelt, die erst nach einer Frist von sechs Monaten nach Vertragsabschluss gekündigt werden konnten.

Diese Frist soll fortan nicht mehr bestehen, die Kündigung von Ratenkrediten soll ab Juni 2010 dann bereits ab dem ersten Tag nach Vertragsunterzeichnung möglich sein. Dies ermöglicht es Kreditnehmern, noch schneller günstigere Angebote in Anspruch zu nehmen. Mit dieser Gesetzesänderung gehen Verbraucherschützer davon aus, dass die Anzahl der Kreditkündigungen ab Sommer 2010 sprunghaft ansteigen wird, da Kreditnehmer dann ihr Recht zur Umschuldung oder zur vorzeitigen Rückzahlung vorhandener Kredite einfordern werden.